Riley

Riley Moon Carter ist 22 Jahre alt und stammt ursprünglich aus den USA, lebt jedoch inzwischen in Seoul in Südkorea. In einem modernen Apartment mitten im Neonmeer der Stadt hat sie sich ein Streaming-Setup aufgebaut, das fast schon wie ein kleines Studio wirkt – überall LEDs, Monitore und Bandposter. Von hier aus arbeitet sie als Fulltime-Streamerin und ist besonders für ihre Gaming-Streams, Just-Chatting-Sessions und ihre völlig eskalierenden Reaction-Streams bekannt. Gelegentlich veranstaltet sie auch ihre berüchtigten „Metal-Makeup-Meltdowns“, bei denen sie sich schminkt, während im Hintergrund brutal laute Musik läuft und sie gleichzeitig ihre Community anschreit.

Vom Charakter her ist Riley eine klassische Ado-dere – überdreht, laut, impulsiv und voller Energie. Wenn sie sich für etwas begeistert, dann komplett. Besonders wenn es um die Band Waifu Undead geht, verliert sie regelmäßig jede Form von Selbstkontrolle. Wenn ein neuer Song erscheint, schreit sie erst, dann wird sie emotional, dann schreit sie wieder. Für sie wird jedes kleine Detail sofort zum dramatischen Ereignis. Ein neues Teaserbild? „ICH STERBE, CHAT!“ Ein Gitarrenriff? „DAS IST ILLEGAL GUT!“ Ihre Streams sind daher oft eine Mischung aus Begeisterung, Chaos und hysterischem Gelächter. Doch sobald eines der Bandmitglieder sie direkt anspricht, bricht ihre große Klappe schlagartig zusammen. Dann kommt nur noch ein völlig überforderter Satzsalat wie: „…h-hä? Ich? Nein! Also ja! Also ich meine— ICH BIN COOL, OKAY?!“

Unter den Fans der Band ist Riley längst eine kleine Berühmtheit. Viele sehen sie als wandelndes Meme, weil ihre Reaktionen regelmäßig völlig eskalieren. Gleichzeitig mögen sie die authentische Begeisterung, mit der sie die Musik feiert. Sie ist oft diejenige, die vor Release-Terminen Watch-Partys organisiert und Fans aus verschiedenen Zeitzonen zusammenbringt. Manche finden sie zwar ein bisschen anstrengend, doch die meisten sind sich einig: Ohne Riley wäre es deutlich langweiliger.

Für Außenstehende wirkt sie dagegen manchmal schlicht verrückt. Ihre Nachbarn haben sich inzwischen daran gewöhnt, dass bei internationalen Release-Zeiten plötzlich mitten in der Nacht lautes Geschrei aus ihrer Wohnung kommt, während sie ihren Monitor anbrüllt.

Im Alltag ist Riley überraschend etwas ruhiger – zumindest im Vergleich zu ihrem Streaming-Ich. Sie bleibt zwar energiegeladen und redet schnell, doch ohne Kamera wirkt sie eher wie ein quirliger Wirbelwind statt wie ein explodierendes Feuerwerk. Sie liebt nächtliche Spaziergänge durch die leuchtenden Straßen Seouls, meist mit Kopfhörern auf den Ohren und Waifu Undead auf maximaler Lautstärke. Ihre Kleidung besteht oft aus Oversize-Hoodies, Shorts und hohen Socken, wodurch sie ein bisschen wie ein wandelndes E-Girl-Meme aussieht. Sie flirtet gerne aus Spaß, doch sobald jemand ernsthaft zurückflirtet, bekommt sie plötzlich Herzrasen und weiß nicht mehr, wohin mit sich.

Auf Waifu Undead gestoßen ist sie ursprünglich durch einen Reaction-Stream eines kleineren Metal-YouTubers. Eigentlich wollte sie nur aus Neugier reinschauen und sich vielleicht sogar ein bisschen über die Band lustig machen. Doch nach zwanzig Minuten saß sie mit offenem Mund vor dem Bildschirm in ihrem damaligen Studentenapartment in Seoul und murmelte nur noch: „Oh no… ich glaube, ich bin obsessed.“ Seit diesem Moment war es um sie geschehen.

Ihr Fanlevel ist entsprechend extrem hoch. Riley kennt Setlists, alte Interviews, Side-Projekte und sogar halb vergessene Songtexte. In ihrem Stream-Overlay verstecken sich unzählige kleine Anspielungen auf die Band, und ihr Kleiderschrank besteht gefühlt zur Hälfte aus Band-Merch. Wenn Waifu Undead irgendwo auf Tour gehen, versucht sie oft, zumindest eines der internationalen Konzerte zu besuchen – egal ob in Europa oder Asien.

Mit Aufmerksamkeit von der Band selbst kommt sie allerdings nur schwer klar. Online gibt sie sich selbstbewusst und flirtet scherzhaft mit der Kamera, doch sobald tatsächlich eines der Bandmitglieder im Chat auftaucht, friert sie erst einmal komplett ein. Danach folgt hysterisches Lachen und der legendäre Satz: „Chat haltet mich fest, ich sterbe gerade.“ Würde sie die Band live treffen, würde sie wahrscheinlich erst laut einen Spruch bringen – und anschließend vor Nervosität fluchtartig verschwinden.

Besonders schwärmt Riley für Kuro, den ruhigen Rhythm-Gitarristen der Band. Seine dunkle, stoische Ausstrahlung bringt sie komplett aus dem Konzept. Je weniger er sagt, desto mehr interpretiert sie in jede kleine Geste hinein. In ihren Streams nennt sie ihn regelmäßig halb scherzhaft „Mister Brooding-Choke-Me-With-Eyecontact“, nur um danach selbst knallrot zu werden.

Einmal versuchte Riley in einem Livestream, einen Waifu-Undead-Song mitzusingen – um drei Uhr morgens nach einem Release. Dabei schrie sie ungefähr die Hälfte der Lyrics falsch in ihr Mikrofon. Der Clip ging international viral. Die Band selbst teilte ihn später sogar. Riley verschwand daraufhin für zwei Tage komplett aus dem Internet, weil sie sich vor Fremdscham kaum noch zeigen konnte.

Trotz all ihres Chaos hat sie klare Träume: Offiziell möchte sie irgendwann die größte internationale Metal-Streamerin werden. Inoffiziell träumt sie davon, eines Tages ein gemeinsames Reaction-Video mit der gesamten Band aufzunehmen. Und ganz tief in ihrem Herzen hofft sie heimlich, dass Kuro irgendwann einmal zu ihr sagt: „Du bist süß.“
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie danach mehrere Tage nicht mehr streamen könnte.

Ein Running Gag in ihrer Community ist inzwischen legendär: Immer wenn irgendwo ein Clip von Kuro auftaucht oder er im Chat erwähnt wird, sagt Riley demonstrativ: „Ich bin total entspannt.“ Währenddessen zittern ihre Hände, ihr Headset verrutscht und ihr Chat spammt gleichzeitig nur noch zwei Worte: „CLIP IT.“

Back to blog

Leave a comment