Raze†Silence

Raze ist eines der rätselhaftesten Mitglieder von Waifu Undead. Schon sein Name wirkt wie ein Alias aus der Dunkelheit – und genau so tritt er auch auf. Sein echter Name ist unbekannt, und niemand in der Band scheint ernsthaft Interesse daran zu haben, ihn herauszufinden. Mit 27 Jahren gehört er zu den ruhigeren, aber gleichzeitig prägendsten Persönlichkeiten der Gruppe. Geboren in Deutschland, lebt er heute in Berlin, in einer spärlich eingerichteten Altbauwohnung. Viel Licht gibt es dort nicht, kaum Dekoration – nur das Nötigste und seine Instrumente. Es passt zu ihm: reduziert, kontrolliert, geheimnisvoll.

In der Band ist Raze der Lead-Gitarrist und Sound-Architekt. Während andere Mitglieder mit Attitüde, Worten oder Chaos überzeugen, spricht bei ihm ausschließlich die Musik. Seine Gitarrenparts sind düster, präzise und voller Atmosphäre – oft wirken sie wie das unsichtbare Rückgrat der Songs von Waifu Undead. Auf der Bühne sagt er kein einziges Wort. Trotzdem gehört er zu den Figuren, die das Publikum am stärksten in ihren Bann ziehen.

Wie genau Raze zur Band kam, ist inzwischen Teil der internen Legende. Raven hatte über Kontakte in der Szene von einem außergewöhnlichen Gitarristen gehört – einem Musiker, der angeblich kaum redete, aber eine unglaubliche Intensität in seinem Spiel hatte. Bei der ersten gemeinsamen Session stellte sich Raze nicht vor. Kein Händedruck, keine Erklärung. Er nickte nur kurz, nahm die Gitarre – und spielte ein Riff, das den Raum komplett veränderte. Danach war klar: Er bleibt.

Über seine Vergangenheit kursieren viele Geschichten. Einige behaupten, er habe früher in einer extremen Underground-Metal-Band gespielt, andere erzählen, er sei irgendwann einfach aus der Szene verschwunden und Jahre später wieder aufgetaucht. Was davon stimmt, weiß niemand genau. Raze selbst kommentiert solche Gerüchte nicht. Er kommentiert überhaupt sehr wenig.

Sein Grundcharakter wirkt ruhig, kontrolliert und beobachtend. Raze ist kein Mensch vieler Worte – eher jemand, der alles um sich herum analysiert. Wenn er spricht, dann selten und meist nur mit wenigen, sehr präzisen Sätzen. Diese Stille macht ihn nicht unnahbar, sondern eher intensiv. Man hat oft das Gefühl, dass er mehr wahrnimmt als andere.

Innerhalb der Band wird er als eine Art ruhender Pol wahrgenommen. Grimm liebt es zwar, ihn auf der Bühne oder Backstage ein wenig zu provozieren, nur um irgendeine Reaktion zu sehen – meist endet das mit einem minimalen Augenrollen von Raze. Raven respektiert vor allem seine musikalische Intuition und seine Fähigkeit, Songs strukturell zu denken. Stitches versucht regelmäßig, ihn zum Lachen zu bringen, bisher mit überschaubarem Erfolg. Mit Kuro verbindet ihn eine besonders stille, aber starke Verbindung. Die beiden können lange nebeneinander sitzen, ohne ein Wort zu wechseln, und trotzdem wirkt es nie unangenehm. Ophelia hingegen bezeichnet ihn gerne scherzhaft als ihr „Schattenkätzchen“, was ihm jedes Mal einen sehr subtilen Ausdruck zwischen Genervtheit und Resignation entlockt.

Für die Fans – die sogenannten Creatures – ist Raze eine fast mythische Figur. In der Szene hat sich für ihn der Spitzname „Ghost Riff“ eingebürgert. Der Grund: Er wirkt auf der Bühne wie ein Geist, der plötzlich aus dem Schatten auftaucht – weißes Shirt, dunkle Maske, kaum Bewegung, aber ein Gitarrensound, der sich sofort in den Kopf frisst. Während andere Bandmitglieder die Bühne mit Chaos und Energie füllen, steht Raze meist ruhig da, als würde ihn das alles nicht berühren. Genau diese Mischung aus Distanz, Kontrolle und musikalischer Intensität fasziniert die Fans. Raze versucht nie, besonders cool zu wirken oder Aufmerksamkeit zu erzwingen – und genau deshalb bekommt er sie trotzdem.

Auch die Presse hat diese Aura längst bemerkt. In Interviews sitzt er meistens neben den anderen Mitgliedern, hört zu und sagt wenig. Journalisten beschreiben ihn gerne als „den schweigenden Gitarristen von Waifu Undead“. In der Szene genießt er trotzdem großen Respekt, weil er als Musiker gilt, der Musik über Ego stellt.

Im Alltag wirkt Raze überraschend unspektakulär. Meist trägt er einfache Kleidung – dunkle Hosen, ein schlichtes Shirt, Cap oder Sonnenbrille. Seine Bewegungen sind ruhig und kontrolliert, fast lautlos. Wenn er in Cafés sitzt, wählt er instinktiv Plätze, von denen aus er den Raum überblicken kann. Er beobachtet viel, spricht wenig und wirkt dadurch gleichzeitig distanziert und aufmerksam.

Trotz seiner reservierten Art geht er respektvoll mit Fans um. Beim Signieren bleibt er oft länger als erwartet, sieht Menschen direkt in die Augen und berührt kurz ihre Hand. Gespräche führt er selten, aber viele Fans berichten später, dass genau dieser kurze Moment intensiver war als jedes lange Gespräch.

Auf der Bühne zeigt sich eine andere Seite von ihm. Dort wirkt seine Stille nicht zurückhaltend, sondern mächtig. Raze bewegt sich kaum, aber seine Präsenz füllt den Raum. Wenn er ein Solo spielt, verändert sich die Stimmung im Publikum spürbar – seine Gitarrenlinien wirken düster, emotional und manchmal fast bedrohlich. In seltenen Momenten zieht er seine Maske minimal herunter, gerade genug, um den Ansatz eines Lächelns oder die Kontur seines Mundes zu zeigen. Diese kleinen Gesten reichen aus, um im Publikum und später im Internet für Aufruhr zu sorgen.

Ein kurioser Funfact über Raze ist seine ungewöhnliche Sammlung alter Spieluhren. In seiner Wohnung stehen mehrere davon, sorgfältig aufgereiht. Niemand weiß genau, warum er sie sammelt – und er selbst hat es bisher nie erklärt.

Vielleicht passt genau das zu ihm: Raze ist ein Charakter, der mehr Fragen hinterlässt als Antworten. Und genau deshalb gehört er zu den faszinierendsten Figuren von Waifu Undead.

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar