Raven

Raven Blackmoor ist 24 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Manchester in England. Heute lebt sie in Berlin-Friedrichshain, in einer überraschend aufgeräumten Altbauwohnung mit schwarzen Vorhängen, hohen Bücherregalen und genau einer Zimmerpflanze, die – entgegen aller Erwartungen – noch immer lebt. In der Band Waifu Undead ist sie die Bassistin und zugleich an vielen Songtexten als lyrische Co-Songwriterin beteiligt. Ihr Spiel bildet das dunkle Fundament der Musik: tief, vibrierend und hypnotisch. Während andere Musiker den Raum mit Energie füllen, kontrolliert Raven ihn mit wenigen, präzisen Bewegungen und Basslinien, die weniger gehört als gespürt werden.

Aufgewachsen ist sie in einer eher intellektuellen, emotional distanzierten Familie. Gefühle wurden analysiert, selten gezeigt. Schon früh entwickelte sie die Angewohnheit, Menschen genau zu beobachten und ihre Gedanken lieber für sich zu behalten. Als Teenager entdeckte sie Post-Punk und Doom Metal und fand darin etwas, das ehrlicher klang als alles, was sie bis dahin kannte. Mit sechzehn tauschte sie das klassische Klavier, das ihre Eltern ihr beigebracht hatten, gegen einen Bass ein – „weniger nett, mehr ehrlich“, wie sie später einmal trocken erklärte. Mit achtzehn verließ sie England ohne großes Drama. Kein Abschied, kein Streit, nur ein kurzer Zettel: „I’ll be fine.“ Ihr Ziel war Berlin – eine Stadt, die laut, kaputt und gleichzeitig erstaunlich ehrlich sein konnte.

Zur Band kam sie eher zufällig. Bei einer kleinen Underground-Show spielte sie als Aushilfe bei einer Doom-Formation. Grimm stand an diesem Abend im Publikum. Raven bewegte sich kaum auf der Bühne, ihr Blick ruhig und konzentriert – doch ihr Bass vibrierte durch jede Rippe im Raum. Nach dem Konzert trat Grimm zu ihr und sagte nur: „You don’t smile.“ Raven sah ihn kurz an und antwortete trocken: „I don’t need to.“ Zwei Wochen später war sie offiziell Teil von Waifu Undead.

Ravens Grundcharakter ist ruhig, intelligent und kontrolliert. Sie spricht selten viel, aber wenn sie etwas sagt, ist es präzise und oft von trockenem Sarkasmus begleitet. Sie beobachtet Menschen aufmerksam und erkennt oft schneller als andere, was in ihnen vorgeht. Trotz ihrer distanzierten Art besitzt sie eine subtile, fast magnetische Ausstrahlung. Ihre Präsenz wirkt ruhig, aber gleichzeitig verführerisch – nicht aufdringlich, sondern wie ein dunkles Versprechen, das man erst bemerkt, wenn man bereits zu lange hingesehen hat.

Innerhalb der Band gilt sie als eine Art ruhender Pol. Grimm liebt es, sie mit übertriebener Theatralik oder frechen Kommentaren aus der Reserve zu locken. Stitches nennt sie gerne einen „Eisblock mit Stil“, während Ophelia absichtlich kleine Sticheleien verteilt, nur um Ravens trockene Konter zu provozieren. Raze respektiert ihre kontrollierte Art, und wenn Diskussionen im Studio eskalieren, ist Raven oft diejenige, die mit einem einzigen ruhigen Satz wieder Ordnung in die Situation bringt.

Für die Fans, die sich selbst „Creatures“ nennen, ist Raven eine faszinierende Erscheinung. Viele empfinden sie als einschüchternd, andere als geheimnisvoll anziehend. Deshalb haben sie ihr auch ihren Spitznamen gegeben: „The Ice Empress“. Der Name entstand aus ihrer kühlen Ausstrahlung und dem Eindruck, dass sie auf der Bühne alles unter Kontrolle hat. Wenn Raven spielt, scheint sie die Energie der Halle einzusammeln und über ihren Bass zurück in die Menge zu schicken. Viele Creatures sagen, man spürt ihre Basslines im Brustkorb, lange bevor man sie bewusst hört.

Auch in der Szene und bei der Presse wird sie häufig als dunkles Gegengewicht zu Grimms chaotischer Energie beschrieben. Während er laut, provokant und explosiv ist, wirkt Raven wie eine kontrollierte Dunkelheit. Sie bewegt sich wenig, spricht bedacht und zieht gerade dadurch Aufmerksamkeit auf sich. Ihre Art ist kühl, aber nicht kalt – eher wie eine Flamme hinter Glas: ruhig, aber deutlich spürbar.

Im Alltag erscheint sie zunächst distanziert. Schwarze Kleidung, Lederjacke, Kopfhörer – sie bewegt sich durch die Stadt mit der gleichen ruhigen Selbstverständlichkeit, mit der sie auf der Bühne steht. Menschen, die sie nur flüchtig kennen, halten sie manchmal für unnahbar. Doch wer ihr Vertrauen gewinnt, erlebt eine andere Seite: trockenen britischen Humor, überraschend sanfte Kommentare und gelegentlich ein seltenes, leises Lachen. Dieses Lächeln ist bei Fans fast legendär geworden.

Gerade diese Mischung aus Distanz und unterschwelliger Wärme macht sie für viele so faszinierend. Raven versucht nicht, besonders zugänglich oder charmant zu wirken – und genau dadurch wirkt sie authentisch. Sie zieht Aufmerksamkeit nicht durch Lautstärke auf sich, sondern durch Präsenz.

Im Umgang mit Fans bleibt sie ruhig und respektvoll. Sie führt keine langen Gespräche auf Events und wirkt manchmal fast etwas schüchtern, doch sie merkt sich erstaunlich viele Gesichter und Namen. Fanbriefe liest sie tatsächlich, auch wenn sie selten darüber spricht. Manchmal antwortet sie spät nachts auf Nachrichten mit einem einzigen schwarzen Herz. Wenn ein Fan nervös wirkt, wird sie unerwartet geduldig und ruhig, lässt der Person Zeit und sorgt dafür, dass sich niemand gehetzt fühlt.

Ein eher unscheinbarer Funfact über sie: Raven trinkt literweise schwarzen Tee und besitzt eine heimliche Sammlung viktorianischer Horrorliteratur. Außerdem hasst sie es, wenn Menschen versuchen, ihren englischen Akzent nachzumachen.

Auf der Bühne zeigt sie eine andere Form von Präsenz. Während Grimm das Publikum mit Chaos, Bewegung und Provokation anheizt, steht Raven oft wie ein dunkler Fixpunkt im Licht. Sie bewegt sich kaum, doch ihre Körpersprache bleibt hypnotisch. Eine leichte Gewichtsverlagerung, ein langsamer Schritt, ein Blick aus halb geschlossenen Augen – mehr braucht sie nicht. Wenn ihre Bassline einsetzt, vibriert der Raum. Die Creatures spüren sie im Brustkorb, während Raven ruhig weiterspielt, als würde sie genau wissen, welche Wirkung sie gerade auslöst.

Die engste Verbindung innerhalb der Band hat sie zu Grimm. Zwischen ihnen existiert eine spürbare Spannung aus Gegensätzen: seine wilde, explosive Energie und ihre ruhige, kontrollierte Dunkelheit. Auf der Bühne kreisen sie manchmal umeinander wie zwei Pole derselben Kraft. Grimm provoziert sie gern mit übertriebenem Grinsen oder spontanen Gesten, während Raven meist nur eine Augenbraue hebt – doch gerade dieses Spiel zwischen ihnen lässt die Spannung noch stärker wirken. Für viele Fans gehört diese Dynamik inzwischen zu den faszinierendsten Elementen von Waifu Undead.

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